
FEATURES
"Struktur und Abstraktion"
Heinrich von Kalnein auf der Titelseite des deutschen SONIC - Magazins.
02-2017
​Von Ulrich Steinmetzger
Heinrich von Kalnein ist ein eloquenter Gesprächspartner. Er hat viel zu erzählen und tut es mit dem Selbstbewusstsein eines Überzeugungstäters. Anders könnte er die mindestens vier künstlerischen Tätigkeitsfelder, auf denen er sich bewegt, auch nicht bewältigen. Spätestens als er gemeinsam mit Horst-Michael Schaffer und der Jazz Bigband Graz das Großorchester des Jazz für unsere Gegenwart neu kalibrierte, ist er ins Licht einer breiteren Öffentlichkeit gerückt. Als Dozent an der Grazer Kunstuniversität ist er ein engagierter Lehrer. Als Labelchef von Natango Music hat er eine Plattform für seine Musik geschaffen. Und um seinem Faible für ausgedehntere Improvisationen besser nachgehen zu können, spielt er in diversen kleineren Konstellationen. In diesem Frühjahr erscheint mit einem neuen Quartett seine CD One Man Disco.
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Feature im deutschen JAZZPODIUM Magazin
01.03.2017
Priorität: Emotionaler Ausdruck und Intensität.
Heinrich von Kalnein.
(von Gudrun Endress)
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"Vom vornehmen Sound der Intuition."
Ljubisa Tosic / DER STANDARD (A)
16.06.2016
Saxofonist Heinrich von Kalnein hat mit der Jazz Bigband Graz ein tolles Album eingespielt, aber auch im Bereich jazzier Kammermusik Gehaltvolles herausgebracht. Ein Gespräch über Scheitern, den magischen Bühnenaugenblick und endloses Üben.
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Saxofonist Heinrich von Kalnein hat mit der Jazz Big Band Graz ein tolles Album eingespielt, aber auch im Bereich jazziger Kammermusik Gehaltvolles herausgebracht. Ein Gespräch über Scheitern, den magischen Bühnenaugenblick und endloses Üben.
Es gibt wichtige Ratschläge, über die der fleissige Studiosis zunächst ungläubig staunt. Kommt die Anregung auch von einem verehrten Meister, so verpflichtet sie bisweilen zu einem beträchtlichen Ausmaß an Geduld. Es war der britische Saxofonist Alan Skidmore, der Heinrich von Kalnein also empfahl, „zehn Jahre lang sehr lange Töne zu üben…“. Dann würde es schon was werden - mit einem markanten, individuellen Sound.
„Skidmore war durchaus schon von Whisky geprägt, als er dies sagte. Er sprach aber eine große Wahrheit aus“, so Kalnein, der seinen protestantischen Hintergrund betont, was wohl bedeutet, es mit dem Rat recht genau genommen zu haben.
Ein toller Ton
Es hat vermutlich alles gedauert und war mit Mühen, Selbstsuche und -Zweifeln verbunden; es hat sich aber ausgezahlt, hartnäckig zu bleiben: Der 1960 in Baden-Baden geborene Altsaxofonist nennt seit langem einen einprägsamen lyrischen, aber auch facettenreichen Ton sein Eigen, der Improvisationen besondere Farbigkeit verleiht.
Kalnein selbst versteht sein Instrument „als Verlängerung der Stimme“ und nennt als Einfluss John Coltrane und den Norweger Jan Garbarek, Musiker also „mit einem sehr präsenten“ Ton. Aber auch Oliver Nelson war wichtig und auch Wayne Shorter. „Der setzt den Ton wie ein Maler!“ Kalneins bewundernde Erinnerung kreist auch um Saxofonist Charles Lloyd. Ein Konzert des Kollegen (im Porgy & Bess) war „für mich einer der schönsten Momente“.
Im Großformat
Aktuell ist Heinrich von Kalneins eleganter Stil im Rahmen der Jazz Big Band Graz (aktuelle Aufnahme True Stories) zu studieren wie auch anhand der diskreten Form des Duos. Mit dem Pianisten Michael Abene hat er die delikate CD Dreamliner eingespielt -auf seinem eigenen Label Natango Music. ... (weiter)